Bioverfügbarkeit - accessibility oder availability?

Manchmal scheint es so einfach zu sein, einen englischen Begriff für ein deutsches Fachwort zu finden. Bioverfügbarkeit war über Jahre hinweg »bioavailability«. Und dann adoptiert die englische Fachsprache ein neues Wort, das es bislang jedoch noch nicht in die allgemeinsprachlichen Wörterbücher geschafft hat, wohl aber von der Fachwelt in den letzten Jahren vermehrt verwendet wird:»bioaccessability«.

Was unterscheidet die beiden?

Es gibt verschiedene Definitionen für den Begriff Bioverfügbarkeit, je nachdem, ob man ihn vom ernährungsphysiologischen Standpunkt oder aus pharmakologischer Sicht betrachtet. Bleiben wir bei der Ernährung. Das European Food Information Council EUFIC machte 2010 diesen Unterschied:

»Bioavailability: Broadly it refers to the proportion of a nutrient that is absorbed from the diet and used for normal body functions.«

»Bioaccessibility: The first step in making a nutrient bioavailable to liberate it from the food matrix and turn it into a chemical form that can bind to and enter the gut cells or pass between them.«

Demnach wäre »bioaccessibility« das Verfügbarmachen, also der Schritt, mit dem ein Nährstoff soweit freigesetzt/aufgeschlossen wird, damit er überhaupt erst dem Körper zur Verfügung steht.

»bioavailability« wäre dann die nächste Stufe, nämlich die eigentliche Bioverfügbarkeit, die man auch messen kann. Also wieviel von dem Nährstoff nach dem Bioverfügbarmachen im Körper ankommt und wo von ihm verwertet werden kann.

Leider hat sich in unserer Sprache dieser Unterschied noch nicht herauskristallisiert. Wir sprechen in beiden Fällen von Bioverfügbarkeit, so dass man beim Übersetzen in die englische Sprache immer den gesamten Kontext berücksichtigen muss, um zu einer richtigen Übersetzung zu kommen.

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