Durchgekoppelt

Immer mehr englische Worte finden ihren Weg in die deutsche Sprache und über diese wacht der Duden. Er erklärt uns, wie wir mit dieser Situation umgehen sollen. Zum Beispiel, wenn sich ein Wort aus einem englischen und einem deutschen Teil zusammensetzt, wie bei einer Komposition aus »high tech« und Technologie.

In diesem Fall ist laut Duden ein extensiver Gebrauch des Bindestrichs angezeigt. Durchkoppeln nennt man das und das liest sich dann so: High-Tech-Technologie, Last-Minute-Angebot, Coffee-to-go-Laden, Public-Relations-Abteilung.

Wobei zu beachten wäre, dass bei solchen durchgekoppelten Substantiven das erste Wort immer groß geschrieben wird (auch wenn es eigentlich ein Adjektiv ist), die nachfolgenden Worte werden nur dann groß geschrieben, wenn sie Substantive sind. Verwirrend ist jedoch, dass man Fast-Food-Restaurant und Worst-Case-Szenario schreiben muss, wenn aber Fast Food oder Worst Case ohne deutsches Anhängsel daherkommen, brauchen sie keinen Bindestrich.

Klingt kompliziert? Das ist noch nicht alles. Sogar ein nur aus englischen Begriffen zusammengesetztes Wort muss, wenn es im Deutschen gebraucht wird, durchgekoppelt werden, sagt der Duden: Open-Source-Software oder Key-Account-Manager.

Bei Eigennamen hat man etwas Spielraum, den Bindestrich vielleicht auch mal wegzulassen, allerdings nur beim Namen, das anschließende Substantiv wird wieder mit Bindestrich angebunden: ADÜ Nord-Infoblatt, Dr. Oetker-Puddingpulver.

Im Englischen geht man etwas gelassener mit dem Bindestrich (»hyphen«) um. Man überlässt den Gebrauch häufiger dem Autor und seinem gesunden Menschenverstand. Dort, wo es dem leichteren Lesen dient, wird einer gesetzt und ansonsten eben nicht. Auch die EU-Regeln für das Schreiben von EU-Texten empfehlen den Gebrauch von Bindestrichen nur da, wo er zum besseren Verständnis nötig ist. Also fast-food production (Herstellung von Fast Food) im Gegensatz zu fast food production (schnelle Herstellung von Lebensmitteln). Der »Style Guide« (auf Deutsch laut Duden: Styleguide) der britischen Zeitschrift »The Economist« warnt sogar vor dem übermäßigen Gebrauch des Bindestrichs als lästig oder ermüdend: »The stringing-together-of-lots-and-lots-of-words-and-ideas tendency can be tiresome«. John Benbow, der Autor des Standardwerkes »Oxford University Press style manual« befand bereits 1937: »If you take hyphens seriously, you will surely go mad«.

Kleiner Tipp am Rande: Wenn Sie vermeiden möchten, dass die Silbentrennung in Word den Bindestrich vom vorausgehenden Wort trennt, drücken Sie mit der Bindestrichtaste auch die Tasten Strg und Umschalt (Strg+Umschalt+-). Dann bleibt er brav am vorausgehenden Wort kleben.

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