Gedankenfutter

Heute würde ich Ihnen gerne etwas »food for thought« vorsetzen, Futter für Ihr Gehirn sozusagen.

»Food« und »foodstuffs« sind zwei Begriffe, die gerne in den Vorschriften und Direktiven der EU auftauchen. Beides wird in deutschen Texten als »Lebensmittel« übersetzt, und ich habe kein erkennbares Schema gefunden, wann man welchen Begriff einsetzt. Sind »food« und »foodstuffs« also austauschbar? Begeben wir uns auf die Spurensuche:

Das englische Word »food« leitet sich vom Altenglischen »fōdor« ab, das wiederum ein Lehnwort aus dem Niederländischen »voeder« und dem Althochdeutschen »fuotar« ist. Beides bedeutet »Futter«. Der englische Begriff ist seit dem 12. Jahrhundert bekannt.

»foodstuff« hört sich in meinen Ohren altmodisch an. Vielleicht wegen des Wortteils »stuff«. Dieses Allerweltswort hat ziemlich viele Bedeutungen wie »Krempel, Zeug oder Zeugs, Ding«. Wörtlich übersetzt bedeutet »foodstuff« also »Lebensmittelzeugs«. Erstaunlicherweise ist »foodstuff« viel jünger als »food«, sein erster Gebrauch wird auf den Zeitraum 1870-1875 datiert. »Foodstuffs« wird im Alltag allerdings lieber im Plural als im Singular verwendet.

Anders als die Übersetzungen der EU vermuten lassen, gibt es durchaus einen winzig kleinen Unterschied zwischen beiden Begriffen. Während die Bedeutung von »food« durchaus der allgemeinen deutschen Beschreibung für Lebensmittel oder Nahrungsmittel entspricht, wird »foodstuff« in verschiedenen einsprachigen Wörterbüchern folgendermaßen beschrieben: »a substance with food value; specifically : the raw material of food before or after processing«.

»Foodstuffs« bezieht sich also eher auf Rohware und daraus hergestellte Zutaten, geht also in Richtung Grundstoffe für Lebensmittel. Der Oberbegriff ist aber immer Lebensmittel, und weil man damit nichts falsch machen kann, greifen auch die Übersetzer der EU lieber darauf zurück.

Übrigens, »food for thought« würde man natürlich nicht als »Futter für’s Gehirn« übersetzen, sondern mit Denkanstoß oder als Stoff zum Nachdenken.

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